Ich muss nicht mehr alles glauben, was ich denke. Endlich.

Neuigkeiten


Lesung

07.08.2019, 12:12 Uhr

Liebe Leute, ich lese mal wieder! Und zwar im Café Behring in Berlin-Baumschulenweg (Behringstraße 6, 12437) am 10. September 2019 ab 18 Uhr. Das Thema ist "Kiezgespräche". So habe ich mich für ein paar unveröffentlichte Texte entschieden, die allesamt meinen Beobachtungen als "Stadtstreicherin" entsprungen sind. Vielleicht sind ja auch einige von dieser website dabei? Wir werden sehen. Auf jeden Fall freue ich mich darauf; und vielleicht sehen wir uns ja dann dort. Das wäre schön. 

Ich schreibe mehr, sobald mir wieder etwas auffällt (und das ist eigentlich immer, jeden Tag). Nur, jetzt muss ich meine Mittagsrunde drehen. Für den Nachmittag sind Gewitter angesagt, im Augenblick ist es noch trocken. Ihr wißt Bescheid. Katrin muss laufen!

 

 

Das Internet

14.07.2019, 11:04 Uhr

... ist eigentlich gar nicht mein Ding. Ich bin eher der Typus "zurückgezogen kreative Diva"; und das sage ich deshalb, weil ich gerade in einer Zeitschrift ein Porträt über Anais Nin gelesen habe und Parallelen zu mir entdeckte. Gottlob, es ist ja niemals deckungsgleich mit zweien wie uns, und ich weiß: ich sollte mich sowieso mit keinem anderen Menschen vergleichen. Jeder von uns ist ein Unikat. Aber hallo! 

Aber über sie wird gesagt, in jenem Artikel in jener Zeitschrift, dass auch ihr Hauptwerk im Grunde ihre Tagebücher seien, und das macht mir Mut. Leute wie ich brauchen das, immer wieder eine kleine Spritze Zuversicht aus dem Leben oder dem Universum, am besten aus beiden, denn der Weg des Künstlers ist so abseits dessen, was "man" tun oder lassen sollte in einer Ordnung, in die man nun einmal hinein geboren wurde (und dann verändert sie sich auch noch, unterwegs ...). Just, als mir solche Gedanken kommen - ich habe lange gebraucht, um mir überhaupt eine website zuzulegen, und ein Handy besitze ich immer noch nicht; wie viele Verlockungen sind mir eigentlich versperrt mangels eines smarten Phones, frage ich mich manchmal, aber es quält mich nicht, nicht wirklich ... - wie fing mein Satz gleich noch mal an? Ach ja: Just, als mir solche Gedanken kommen, empfange ich die neueste Margenabrechnung meiner zu erwerbenden Bücher, und ihr bringt mich einmal mehr zum Staunen: Das Psychotherapeutenbuch von 2007, "Mit einem Bein auf der Couch" feiert fröhliche Urständ´!! Was für ein Fest! Ich habe - zur Erinnerung für die, die das noch nicht wissen - darin die allgegenwärtigen Helfer für die menschliche Seele auf meine Couch gebeten und sie befragt, wie es ihnen eigentlich geht, in ihrem Beruf, der ihnen ja Einiges abverlangt - und der sicherlich auch jenem Wandel unterliegt, von dem ich weiter oben in meinem eigenen Falle geschrieben habe. Danke, dass dieses Werk offenbar so ein Dauerbrenner ist. Ich freue mich darüber - auch, weil mein Eindruck ist, dass irgendwie immer mehr Menschen erkennen, dass das, was im Inneren ist und nach uns ruft, nicht auf Dauer ignoriert werden darf, wenn wir gesund bleiben und unseren Weg auf Erden möglichst glücklich und zufrieden gehen wollen.  

Meine eigene Psychotherapie liegt nun fast dreißig Jahre zurück, und sie war ein erster Schritt auf einem ganz neuen Weg für mich. Ich habe diesen Weg seitdem nie wieder verlassen, und er lohnt, lohnt, LOHNT sich, absolut. Im Moment hat er mich da hin geführt, dass ich selig bin über die Chance, einem kleinen Herzchen durch puren Körperkontakt ins Leben zu verhelfen, es gibt im Moment keine wichtigere Aufgabe für mich. Geschrieben wird natürlich trotzdem jeden Morgen; für mich passt das eine mit dem anderen nahtlos zusammen, und ich habe das Gefühl, alles fügt sich organisch zueinander. Das habe nicht "ich gemacht", das habe ich eher zugelassen. 

Von Anais Nin ist das Zitat überliefert: "Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzhafter wurde als das Risiko zu blühen." Genau. Das kenne ich auch. Leute wie wir sind nicht so, wie wir sind, weil wir - koste es, was es wolle - rebellieren müssen, sondern, weil wir einfach gar nicht anders können. Wir haben keine andere Wahl. Ich hatte keine Wahl. Ich mußte das Risiko eingehen; andernfalls hätte ich nicht überlebt. Kleines Herzchen, lebe. Werde glücklich. Ich passe auf dich auf und bin da, wenn du mich brauchst.

Aber hallo.

 

 

nach sehr langer Pause ...

12.06.2019, 11:06 Uhr

Liebe Leser,

wenn man sich sehr lange nicht öffentlich äußert, dann ist das kein Zufall, in meinem Falle jedenfalls nicht. Zwar habe ich meinen Tagebuchfluss die ganze Zeit über nicht abreißen lassen - nach wie vor beginnt jeder Tag mit der Arbeit an meinem ganz persönlichen "Jahrhundertwerk" -, aber hier auf dieser Seite entschied ich mich für Schweigen. Oder besser gesagt, das Leben selbst entschied so für mich; denn es schickte mich durch einen real gewordenen Alptraum, über den in dieser Form zu reden sich verbot; ich konnte nicht, wollte nicht - und mag auch jetzt nicht recht. 

Ich hoffe, es hat mich insgesamt mitfühlender gemacht, dass ich um das Leben zweier mir sehr, sehr lieber Menschen fürchten musste. Es ist ja ein Unterschied, ob man etwas vom Kopf her weiß, weil man es "versteht", wie das wahrscheinlich sein muss, so etwas erleben zu müssen; oder ob man tatsächlich selbst darin steckt, ohne Ausweg, mittendrin, machtlos. Nein, ich werde diese Geschichte auch jetzt nicht im Detail erzählen; nur soviel vielleicht: Sie ist gut ausgegangen, für den Moment - und für alle Zeiten, wie ich hoffe und mir wünsche. Eine Verletzlichkeit ist geblieben, ein Vorsichtigsein; ein zartfühlenderes Aufeinander Achten. Mein Herz schlägt schneller, wenn ich nur daran denke. Lauter, unüberhörbarer.

Und mitten hinein in diese Erfahrung - überstandener Schock - platzt ein weiteres Kapitel aus dem üblichen Berliner Mietenwahnsinn; und ich nehme es wie hinter Milchglas wahr. Liebe Enkel, bitte träumt einen schöneren Traum. Ich finde es unfassbar, was Menschen Menschen antun - und warum wir einander unsere Leben so schwer machen müssen. Geht es hier wirklich nur noch um das Goldene Kalb? Weiß denn keiner, dass wir nur einen Wimpernschlag lang auf der Erde sind, und dass es in dieser kostbaren Zeit weiß Gott nicht um das Vermehren und Absichern und Konsumieren geht? Was rede ich! Wußte es ja selber lange nicht, wurde erst da hin geführt. 

So seht ihr mich in meiner Werkstatt sitzen, einmal vergangen und wieder auferstanden, wie schon so oft. Wie schon so oft. Oh ja. Mit jedem Mal macht es mir weniger angst, was mich selbst angeht, jedenfalls. Was die anderen betrifft - das ist ein anderes Thema. Daran gewöhne ich mich nicht. Ist doch auch gut so, sagte ein weiser Mann zu mir; wäre doch schlimm, wenn wir uns je daran gewöhnten, gleichgültig würden, nichts mehr empfänden.

So betrete ich ein neues Universum und nehme die damit verbundenen Aufgaben an. Demnächst werde ich vielleicht wieder öfter schreiben, regelmäßiger. Wer weiß. Ich dränge mich nicht. Also bleibt mir gewogen. Oder auch nicht. Wie ihr wollt. Aber achtet auf das, was geschieht. Seht hin. Man kann es üben. Und dann ist er da, der neue Blick auf die selbe Welt - und sie verwandelt sich.

Eure Katrin im Berliner Hochsommer