Die Beatles hatten recht! Liebe ist die Antwort. Auf alles.

Neuigkeiten


vorübergehend ungetröstet

19.01.2018, 10:31 Uhr

Hat die kleine Traurigkeit, die mich ergreift, etwas mit meinem heran nahenden Geburtstag zu tun?

Nützte es etwas, wenn ich die Antwort darauf wüßte?

Im Supermarkt sang gestern ein kleines Mädchen lauthals "Jingle Bells" und wieselte um mich herum. Lachend stimmte ich ein und sang einfach mit ihr mit. In Berlin ist so etwas ohne Weiteres möglich. Da nimmt keiner Notiz; geschweige denn, dass er eine von uns belehren würde. "Weihnachten ist vorbei. Sing etwas Januar-iges, gefälligst, wenn überhaupt in der Öffentlichkeit. Wenn überhaupt ...". Nein, so etwas sagt hier keiner. Bei meinen Stadtstreichereien kann ich vor mich hin trällern oder sprechen oder auch mal schimpfen, wenn es sein muss; außer einem flüchtigen Blick passiert nichts. Ich muss vorsichtig sein, wenn ich das sage. Es ist nicht zu verallgemeinern. Ich weiß, ich weiß. Es mag an meiner eigenen Wirklichkeit liegen; daran, dass ich eine kleine und harmlos wirkende, ach ja; eine vor mich hin alternde Frau bin. Darum haut mir keiner auf´s Maul, wenn ich ihn anraunze, weil er zum Beispiel auf einem elektrischen Drahtesel hockt und auf dem Gehweg an mir vorüber bretterte; mich erschreckt hat. Mir fast das rechte Ohr abgefahren hat, um genau zu sein!!!

War das vielleicht der Auslöser? Diese Rücksichtslosigkeit? Dass ich ihm so vollkommen egal gewesen bin?

Als mein Gefährte Gummibärchen einsackte in jenem Supermarkt, nach der rüden Tat des Radfahrers; und diese Süßigkeiten waren nicht für mich gedacht (sondern für einen seiner Kollegen), da brach es über mich herein. Da wollte ich all diese Tüten aufreißen, die überzuckerten sauren Würmchen faustweise in mich hinein stopfen. Ich wollte "auf den Arm" und Trost, Trost, Trost; irgendwo Trost finden. Und wurde doch schlicht traurig. Und war doch diese reife Frau mit hellem Haar und einiger Selbstbeherrschung, nun - na ja - inzwischen schon. Die kleine Sängerin der "Jingle Bells", sie hätte mich sicherlich nicht verstanden.

Oder doch?

So kann es gehen. Ich zog mich zurück für eine Weile. Umarme deinen Dämon. Sonst beißt er dich in den Arsch. Das hat mir schon vor vielen Jahren ein Freund geraten. Gestern wieder.

Darf eine Schriftstellerin "Arsch" schreiben? Und: "Auf´s Maul hauen"?

Das besprechen wir ein ander´ Mal.

Schon lächelt sie wieder. Und das, obwohl sie keine Antworten hat. 

 

 

neues Jahr, neue Inspirationen und ein neues Buch

04.01.2018, 12:22 Uhr

Dass ich jedem von Euch, von Ihnen, die hier vorbei schauen, alles nur ausdenkbar Gute und Glückliche für das neue Jahr wünsche, das ist ja klar und versteht sich für mich fast von selbst. Also: Happy New Year 2018 uns allen!!! :-)

Am 22. Januar erscheint an der Ostsee ein neues Buch, zu dem ich einen kleinen Beitrag leisten durfte, und ich freue mich schon darauf, es in den Händen zu halten. Es ist das Abschiedsbuch für einen Mann, den ich persönlich nie kennen gelernt habe, dem ich mich aber auf eigenartige Weise tief verbunden fühle: Jörg Andrees Elten, Satyananda. Ein ehemaliger "Stern"-Journalist, der für eine Recherche nach Indien reiste, als ich noch keine dreißig Jahre alt und Journalistin in der DDR war, fest davon überzeugt, dies sei mein Land; meine einzige Heimat bis ans Ende meiner Tage. Während ich am Mikrofon von DT 64 übte, lernte Elten in Poona Osho kennen - oder Bhagwan Shree Rajneesh -, und er wollte ihn für einen Artikel kritisch beäugen. Solche wie wir sind die Beobachter; wir docken gefühlsmäßig nirgendwo an. So hatte auch ich meinen Beruf gelernt und verstanden.

Was danach geschah, hat Satyananda in seinem Buch "Ganz entspannt im Hier und Jetzt" eindringlich beschrieben (und ich in meinen zahlreichen Büchern, zum Beispiel "Das schwächste Glied", das ich unter meinem Pseudonym Clara Felder veröffentlichte). Das Abenteuer seines Lebens begann; so wie meines auf meine Weise begann - und immer noch im Gange ist. Aus distanzierten Beobachtern wurden in beiden Fällen Beteiligte, die sich einließen, einlassen mussten; die in einen Sog gerieten, der sie tief, tief von innen heraus verwandelte. Weil mich seine Zeilen, seine Geschichte so ansprechen, fuhr ich zu Eltens Trauerfeier im Frühling nach Stellshagen; schrieb ich meinen oben erwähnten Text für jenes Abschiedsbuch, das seine Freunde nun für ihn zusammengestellt haben und veröffentlichen. Seine Töchter kommen darin zu Wort, frühere "Stern"-Kollegen, Weggefährten, Freunde - und eben auch ich, die "Unbekannte". Das Buch in Hardcover kostet 21 Euro bei 143 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, und ist über folgenden link zu bestellen:

https://www.hierjetzt.de/buecher-cds/artikel-einzelansicht.html?tt_products%5BbackPID%5D=293&tt_products%5Bproduct%5D=9&cHash=f471e6f3a36a477936a0f9999e42369e

Es ist mir immer wieder eine Inspiration und erstaunliche Überraschung, wie Menschenwege verlaufen können, wenn man sie nur laufen lässt. Ich werde darüber sicherlich immer weiter Bücher, Tagebücher schreiben; so lange, bis mir der letzte Griffel mit Gewalt aus meinen eiskalten Fingern gewunden werden muss, wie ein Freund das mal für mich formuliert, mir prophezeit hat. 

In diesem Sinne viel Freude beim Neustart wünscht die Katrin aus ihrer Schreib- und Lebenswerkstatt in Berlin.

Fortsetzung folgt. 

 

 

Gedichtfragment im Advent

13.12.2017, 13:44 Uhr

 

Wenn ein Mann

frei heraus

aus der Mitte seiner Brust heraus

lacht,

ohne Arg und ohne Krümel,

dann ist das eines der schönsten

Geräusche der Welt für mich.

Ein Stück vom Frieden nämlich.

 

*

 

Das fiel mir ein, nachdem ich mit zweien meiner Herzensmänner telefoniert und bei beiden eben dieses Lachen vernommen hatte. Toll! Was bin ich doch beschenkt, wenn ich es recht bedenke. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern hier auf dieser Seite und meiner vielen Bücher eine glückliche Rest-Adventszeit und frohe, zufriedene Weihnachtstage mit einem wachen Blick für die alltäglichen Wunder. Was mich angeht, brauche ich offenbar mehr Lachen, Lockerung und (Aus-)Gelassenheit. Meine Kiefergelenke signalisieren es mir. Zuviel Festigkeit dort. "Sei nicht so verbissen, mein Schatz." So rede ich mit meinem Körper. Und er mit mir. Na ja, mir jedenfalls hilft es, die Sache so zu betrachten. YEAH! :-)